CD-Rezension / Review / Kritik

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b.o.s.c.h. Fleischwolf CD Cover

b.o.s.c.h. „Fleischwolf“

(Laute Helden/SPV)
Schon Brosch gelang es vor nicht ganz dreißig Jahren, den ganz kleinen Mädchen unter uns Angstschweiß in die Zwickel zu streuen („Sic Transit Gloria Mundi“). Dass b.o.s.c.h. dieser Coup auch anno 17 gelingt, verdankt sich einem ungehemmten Willen, der sogar Hämatom die selbstauferlegten Grenzen aufzeigt. Ja selbst Warpath („Against Everyone“) kommen in den Sinn, womit der „Fleischwolf“ allen Ernstes und unter anderem selbst die missglückten Branding-Experimente von einst wieder auferstehen lässt. Laue bis lautere Schönheit geht definitiv anders. Musik für „Männer, die fahren können“ (Wartburg-Werbung, ungefähr zum Zeitpunkt der Zeugung dieser herausragend schlecht gelaunten Rabauken). Sich erwachsen wähnende Frauen kriegen hingegen einen Hörsturz, Kinder flugs einen Hörschutz verpasst. Und ich gleich große Lust, meine Preisboxer-Karriere wieder in Gang zu bringen. Immerhin: Die Kölner Verkehrsbetriebe haben prophylaktisch Hausverbot erteilt. Derweil die Geschmacksentscheider der deutschen Bahn wiederum längst diskutieren, ob „Fleischwolf“ auch zur Unterhaltung der 2. Klasse infrage kommt. Ich würde abraten: Denn Perlen in Ferkelmägen führen nur allzu oft zu Selbsthass und Durchfall. Und wer will schon einen Sponsoringvertrag mit Imodium eingehen müssen?
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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