CD-Rezension / Review / Kritik

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Byrdi Urkraft CD Cover

Byrdi „Urkraft“

(Trollmusic/Soulfood)
Nordische Folk-Musik in Reinkultur. Das Terrain, in dem sich Byrdi bewegen, ist schnell abgesteckt. Mit „Urkraft“ liefert das norwegische Duo, bestehend aus Nash Rothanburg und Andreas Paulsen, den Nachfolger des Erstlings „Eventyr“ und folgt nahtlos dem eingeschlagenen Weg. Tief verwurzelt in der Geschichte ihres Landes werden diese Ethno-Folk-Balladen vom Charme rustikaler Lagerfeuerromantik geprägt. Die archaisch anmutenden Gesänge strahlen dabei leider nichts Faszinierendes oder Fesselndes aus wie beispielsweise der Wikinger-Folk von Wardruna. Hier ein wenig Kitsch, dort etwas meditativer Gesang und dazu eine äußerst sparsame Instrumentierung. Authentizität wird groß geschrieben, nur lässt sich bezweifeln, ob die mit diesen Songs dargebotene emotionale Langeweile und Gleichförmigkeit in der Vergangenheit Anklang gefunden hätte. Musik sollte schon immer in erster Linie unterhalten, was hier jedoch an Purismus geboten wird, wirkt wenig erbaulich. Die Natur, die als treibende Kraft thematisiert wird, besitzt weit mehr spannende Details oder mitreißende Momente. Von einer „Ansur = Urkraft“ ist wenig zu spüren. Allenfalls für einen ruhigen Abend eignen sich die bodenständigen Kompositionen. Wer etwas Bewegung oder lebendige Atmosphären sucht, sollte sich anderweitig umsehen.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
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