CD-Rezension / Review / Kritik

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Aeverium Time CD Cover

Aeverium „Time“

(Out Of Line/Rough Trade)
Unumstritten: Das Spiel mit den Gegensätzen beherrschen Aeverium in Perfektion. In ihrem opulenten Klangkosmos fließen unterschiedlichste Elemente ineinander und bilden am Ende doch eine ansprechende Symbiose. Jenes stilistische Wechselbad hat die Band aus Nordrhein-Westfalen nach ihrem souveränen Erstlingswerk „Break Out“ nun noch weiter intensiviert: „Time“ heißt das zweite Baby der sechsköpfigen Truppe und überzeugt durch ein vielschichtiges Spiel, treibende Riffs, epische Klanglandschaften, Pathos und Bombast sowie einen aggressiven Härtegrad, der ordentlich Druck und Power in das abwechslungsreiche Soundkonstrukt manövriert. Komplettiert wird die dynamische Melange aus Nu, Modern und Gothic Metal durch den Gesang der Protagonisten Aeva Maurelle und Marcel ‚Chubby‘ Römer. So gehen der glasklare, filigrane Sopran von Vokalistin Aeva und die Mischung aus kräftigem Klargesang sowie tiefen Growls von Frontmann Chubby eine spannende Liaison ein und belegen einmal mehr jene zelebrierte Schönheit der virtuosen Kontraste. Besonders lobenswert ist, dass sich Aeverium nicht in seicht dahinplätschernden Tümpeln austauschbarer Symphonic Metal-Combos verlieren, sondern offensichtlich darauf bedacht sind, ihren eigenen individuellen Stil herauszukristallisieren und Stücke wie „What About Me“, „Vale Of Shadows“, „Hunted“ oder auch das emotionale „My Farewell“ von einer spürbaren Authentizität und auch Originalität leben. Fazit: Auf „Time“ gibt es einiges zu entdecken. Und wer es nicht zu glatt gebügelt, theatralisch oder aufgesetzt mag, sondern stattdessen auf modernen Metal mit Charakter und symphonisch-epischer Anmutung steht, sollte Aeverium eine Chance geben.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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Tuesday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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