CD-Rezension / Review / Kritik

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Aengeldust Agent Orange CD Cover

Aengeldust „Agent Orange“

(Alfa Matrix/Soulfood)
Eiskalter Engel: Schon mit ihrem derben Erstling „Freakshow“ ließ die unter anderem von Acylum und Totem Obscura bekannte Chemnitzerin nichts anbrennen. Jetzt setzt Nadine ‚Cooraz‘ Engel ohne Erbarmen einen drauf. Mit „Agent Orange“ präsentiert sie sich abwechslungsreicher und damit gewissermaßen auch kompromissloser, denn hier geht alles, was gefällt: Ihrem harschen Industrial mischte Cooraz nun bedrohliche Flächen, verstörende Samples, hämmernde Beats und knallhart kickende Drums bei. Die Grenzen zwischen Oldschool (Sonar, Marita Schreck) und aktuellem Club-Sound (Combichrist, Dioxyde) sind fließend, die Akzentuierung variabel. Geschickt platzierte Vocals verdichten den gut produzierten Sound angenehm. Anstatt die Scheibe künstlich mit Remixen aufzublasen, wurden mehrere Tracks in sehr unterschiedlichen Varianten und mit Unterstützung von Gastmusikern wie Circuito Cerrado oder FabrikC erarbeitet. So offensiv der Klang, so aggressiv auch die Thematik der Stücke: Angst, Krieg, S/M, Krankheit, Drogen, Demagogen: Der Engel nimmt keinen Flügel vor den Mund.
Leah Weststedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.