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CD-Rezension / Review / Kritik

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asgeir afterglow 2017
Ásgeir
„Afterglow“
(Embassy Of Music/Warner)
Isländisch kann eine anstrengende Sprache sein. „Dýrð Í Dauðaþögn“, das Debütalbum von Ásgeir Trausti, hatte immerhin einen recht kurzen Titel – trotzdem nett, dass er mit „In The Silence“ eine allgemeinverständlichere Version hinterher schob. Zu hören waren zarte, teils mit Elektronik aufgeraute Folk-Songs, in denen alles um Traustis hohe Stimme kreiste. Ähnlich verhält es sich auf dem direkt auf Englisch erscheinenden Nachfolger „Afterglow“. Mit dem Unterschied, dass Ásgeir diesmal für die erneut ursprünglich aus der Feder seines Vaters stammenden Texte einen etwas größeren musikalischen Überbau wählt. Schon durch die sanfte Klavieretüde zu Anfang rappeln beunruhigende Rhythmen und etwas, das womöglich einmal ein Trap-Beat war. Auch in der Folge fühlt man sich weniger an die als nationalstereotyp missverstandene Elfenmusik als an aktuellen, waidwunden Neo-R’n’B mit ätherischen Dimensionen erinnert. Wer sich nun James Blake oder auch Bon Iver mit Falsett und ohne unbedingten Willen zur Dekonstruktion vorstellt, hat schon eine ziemlich genaue Vorstellung von „Afterglow“ – egal ob der Isländer in „Unbound“ mit ausgeklügelten Loops arbeitet oder sich mit „Stardust“ oder „I Know You Know“ einem handelsüblichen Popsong so weit annähert, wie es ihm eben möglich ist. Denn Eingängigkeit ist hier eine relative Größe und dieses Album eine ebenso bezaubernde wie stets etwas verwunschene kleine Köstlichkeit.
Thomas Pilgrim



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017


Monday the 25th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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