CD-Rezension / Review / Kritik

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customs the market

Customs
„The Market“
(Noisesome Records)
So schnell kann es gehen: 2010 hätten Customs aus Belgien mit ihrem Album „Enter The Characters“ beinahe unseren Soundcheck gewonnen. Der Nachfolger „Harlequins Of Love“ fand ein Jahr später nicht einmal einen deutschen Vertrieb. Ob es an einem „Hole In The Market“ gelegen hat, das die vier auf einem Vorabtrack zu ihrer dritten Platte besingen? Es mag so oder anders gewesen sein – auch „The Market“ zeigt Customs beim gewissenhaften Beackern der lichtdurchfluteten Seite des Post-Punk. Während Kristof Uittebroek weiterhin mit charakteristisch belegter Stimme singt, schleichen sich neben den angedüsterten Riffs mehr und mehr verspielte Keyboards in die Songs, in den Opener „Love To The Lens“ sogar perlende Piano-Kaskaden. Der Pop ist also öfter zu Gast als zuletzt bei den Leuwenern, was ihnen auf Albumlänge eher Vergleiche mit den niederländischen Kollegen Kensington als mit Editors oder gar Interpol einbringen dürfte. Der Markt wird es ihnen zumindest in der Heimat danken – wir danken dagegen für die ohrwurmige, von einem dynamischen Basslauf angetriebene Single „She Is My Mechanic“, mit der Customs klarstellen, dass sie trotz aller Weiterentwicklung immer noch gewissenhafte Zöllner an der Grenze des guten Geschmacks sind. Kein ausschließlicher Fall für den schwarzen Markt – aber sicher auch nicht für den grauen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


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