CD-Rezension / Review / Kritik

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Crystal Soda Cream Work  Velocity

Crystal Soda Cream
„Work & Velocity“
(Totally Wired Records)
Es fühlt sich an wie 1982 oder davor, wenn Crystal Soda Cream mit einiger Wut und Gesellschaftskritik den Punk aus dem Post Punk herauskitzeln, wie es längt nicht jede Band zustande bringt. „Work & Velocity“ heißt ihr zweiter Longplayer - und diesmal wechseln sich deutschsprachige und englische Texte ab. Was sie vereint? Ernst gemeinter Protest, wie er rar geworden ist in einer Szene, die sich oft eher um innere Befindlichkeiten und Genrebezüge dreht als darum, dass man ja auch mit Musik die Welt verändern kann. Doch wer den Song „Rationale Arbeitsschritte“ hört, versteht schnell die Kritik an der Leistungsgesellschaft, die hier prägnant zum Ausdruck gebracht wird. Zwischen dieser Wut und der vergangenen Aggression („Past Aggression“ heißt ein Song) bewegt sich dieses Album, bei dem man sicherlich noch genügend Parallelen zu The Cure in der Zeit bis 1982 ziehen kann - aber eben auch zu diesem damaligen und wieder aktuellen Gefühl des Nichteinverstandenseins mit gesellschaftlichen Zuständen. Dies alles mit tiefen Basslinien, Voodoo-Drums, wavigen Gitarren und der eher hohen, verzweifelten Stimme von Philipp Forthuber - ein wirklich starkes Stück Post Punk.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.


Saturday the 24th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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