CD-Rezension / Review / Kritik

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Atoms And Void And Nothing Else

Atoms And Void
„And Nothing Else“
(Arctic Rodeo/Broken Silence)
Gern wird Musik, die mit Dynamik spielt, die an- und abschwillt, als organisch bezeichnet. Selten muss man ein Album so zwingend als gewachsenes Gebilde bezeichnen wie „And Nothing Else“, das über Jahre hinweg entstand. Die beiden Freunde Arlie Carstens (ehemals Juno) und Eric Fisher arbeiteten stetig an Songideen, hielten sie auf Diktiergeräten und Anrufbeantwortern fest, machten Aufnahmen in leerstehenden Häusern, produzierten in diversen Studios zwischen Seattle und Mexiko City und verloren Material qua Festplattencrash und Laptop-Diebstahl. 33 Nummern waren am Ende zur Hand. Zwölf davon bilden nun einen Zyklus, der zwar im weitesten Sinne als Post-Rock durchgeht, aber wesentlich mehr zu bieten hat, als die Laut-Leise-Eskapaden der einschlägigen Gitarren-Instrumentalisten. „Golden Shivers“ ist muntere Minimal Music mit Mundharmonika, „The Earth Countered“ psychedelischer Düsterfolk, „Waves Of Blood“ knüpft als vergleichsweise lautstarker Track an das Werk von Juno an. Übrigens sind mit Gabe Carter und Eric Akre zwei weitere ehemalige Mitglieder dieser Combo unter den zahlreichen musikalischen Gästen. Daneben tummeln sich unter anderem Kollegen von Pretty Girls Make Graves, den Blood Brothers oder Built To Spill. Das Kommen und Gehen an den Instrumenten korrespondiert hervorragend mit dem unsteten Geist der düsteren kleinen Geschichten, die in den Songs und Kompositionen erzählt werden. Hoffnungen, Enttäuschungen, Bedauern. „And Nothing Else“ ist ein lebensvolles, intimes Album, das nicht vor gelegentlichen großen Gesten zurückschreckt. Schöne Musik.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.



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