CD-Rezension / Review / Kritik

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blancmange commuter 23

Blancmange
„Commuter 23“
(Blanc Check/Cargo)
Sie gehören zu den Vertretern des ersten Synthesizers-Hypes der frühen Achtzigerjahre, wenn auch nicht zu den bekanntesten; die großen kommerziellen Hits gelangen eher Depeche Mode, Soft Cell und Eurythmics. Zwischenzeitlich verschwanden Blancmange von der Bildfläche, seit Anfang dieses Jahrzehnts mischen sie wieder im Musikgeschäft mit. Ihre jüngste Veröffentlichung „Commuter 23“ unterscheidet sich deutlich von ihren älteren Werken, um Synthie-Pop handelt es sich nicht, doch eine Konstante ist geblieben: Wer auf der Suche nach zeitlosen Superhits ist, der wird hier nicht fündig. „Commuter 23“ ist ein leises Album, das mit ruhigen, tendenziell experimentellen, teilweise instrumentalen elektronischen Liedern überzeugt. Eine gewisse Melancholie, die ihre Musik schon immer charakterisierte, schwingt weiterhin mit, doch insgesamt klingen die neuen Songs von Blancmange aufgeräumter, moderner und eigenständiger als ihre früheren. Einzig die Gestaltung des Coverartworks mutet wie ein missglückter Versuch an, OMDs „English Electric“ imitieren zu wollen. „Commuter 23“ ist kein Album, das gemeinhin als cool gelten wird. Manche  werden es langweilig finden – zu denen gehöre ich erfreulicherweise nicht.
Kai Reinbold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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