CD-Rezension / Review / Kritik

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cyclobe the visitors

Cyclobe
„The Visitors“
„Sulphur-Tarot-Garden“
(Phantomcode/Cargo)
Cyclobe haben es bedauerlicherweise nie geschafft, vollständig aus dem Schatten von Coil zu treten. Zu gewichtig ist der Status der britischen Legende, zu deren Mitgliedern die Cyclobe-Gründer Stephen Thrower und Ossian Brown (aka Simon Norris) zählten. 2001 veröffentlichten sie das zweite Cyclobe-Album „The Visitors“, das neu als Doppel-CD und erstmalig auf Vinyl wiederveröffentlicht wird. Den soundtrackartigen Stücken hört man vor allem im Klangdesign stark ihre personelle Verwandtschaft mit den späten Coil an – vor allem an jenen Stellen, wo psychedelische Elektronik auf traditionelle Instrumente trifft. Während Coil selten das Konzept Song aus den Augen verloren, beschreiten Cyclobe den abstrakten Weg der elektro-akustischen Musik und machen „The Visitors“ damit zu einem Klassiker, den es wieder- oder neu zu entdecken lohnt. Ebenfalls wieder erhältlich ist das Minialbum „Sulphur-Tarot-Garden“ - ursprünglich in limitierter Auflage anlässlich des Londoner Livedebüts der Gruppe 2012 erschienen. Die drei enthaltenen Tracks sind als Scores zu Filmen von Darek Jarman entstanden, jedoch auch abgekoppelt von den Visuals hörenswert. Drei langsam dahinfließende und majestätisch erhabene Arbeiten, die den sonst üblichen überladenen Kitsch der Soundtrack-Industrie schnell vergessen lassen.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.
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