CD-Rezension / Review / Kritik

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Alfahanne
„Alfapokalyps“
(Dark Essence Records/Soulfood)
Jedem Alphatierchen sein Pläsierchen? Bitte sehr – davon hat der schwedische Vierer auf seinem ersten Album mehr als genug. Wer sich nun Corpsepaint, Halskrause für die ausgerenkten Nackenwirbel und Rachenputzer zum Gurgeln bereit legt, ist jedoch nur teilweise auf dem richtigen Dampfer: Obwohl Alfahanne im Black Metal wurzeln und die Akteure bereits in entsprechenden Bands ihren Dienst verrichteten, ist „Alfapokalyps“ ein mächtiges Biest mit gleich mehreren Fratzen. Headbanger brauchen die Stirn darum nicht gleich in Falten zu legen, denn mit Stücken wie „Syndarnas Flod“, „Ormar Af Satan“ oder „Dödskult“ bekommen sie sowohl rasante Griffbrettfahrten als auch Blastbeats und verteufelt finstere Inhalte. Gleichzeitig stellen Alfahanne aber klar, dass ihnen neben ruinösem Gefräse die partytaugliche Seite des (Black) Metal einen Höllenspaß macht. Da rollt „Såld På Mörkret“ sieben Minuten lang zu allem entschlossen gegen Motörheads „Orgasmatron“-Lokomotive an, und „Rocken Dör“ macht sogar waviger Düsternis und der Beastmilk-Spielart von Post Punk seine Aufwartung. Gegen Ende dann großes Hallo: „Indiehora“ haut hämisch auf die punkige Death-Rock-Pauke, reißt im stilfremden Schuppen leichte Mädels auf, und Gastvokalist V’gandr alias Ørjan Nordvik von Helheim brüllt so lange auf höchster Stufe, bis auch das letzte Weichei geflüchtet ist. Ein Album also, bei dem auch Turbonegro und Kvelertak gleich mehrere Eier aus der Hose fallen – da wird man zum Alpha-Tier.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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