CD-Rezension / Review / Kritik

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aengeldust freakshow

Aengeldust
„Freakshow“
(Alfa Matrix/Soulfood)
Wer hat Angst vor Aengeldust? Niemand? Niemand. Und wenn sie aber kommen? Dann hören wir lieber mal rein, auch wenn danach höchstwahrscheinlich ein Besuch beim Ohrenarzt ansteht, denn Aengeldust reißen die sprichwörtliche Hütte ab. Nadine und Pedro Engel bezeichnen ihren Sound als eine Mischung aus Hardcore, Electro und Industrial. Vor allem ist die Band aus Chemnitz aber eins: laut, hart und erbarmungslos. „Freakshow“ ist nichts für schwache Nerven, denn der Name ist absolut Programm. Mit „Bloodsport“ gibt es einen sehr brachialen Einstieg in die Welt von Aengeldust, dicht gefolgt vom bereits auf EP erschienenen Vorboten „Dancefloor Killer“, den man ebenso präzise als Trommelfellvernichter bezeichnen könnte. Ein stampfendes Maschinengewitter jagt das nächste und ruck zuck befindet man sich in einem Kosmos ungeahnter Soundausgeburten der Hölle. So besingen Aengeldust beispielsweise den Vorschlag, Terror mit Terror zu bekämpfen, rufen laut „The bitch is back“ in „Time Warp“ oder liefern Songs, die man glatt als Soundtrack für blutige Horrorfilme jeglicher Art verwenden könnte. „Knock Out“ ist der musikalische Gipfel der Zerstörungswut auf Aengeldusts Debütalbum. Hier schallen einem pure Aggression und blanker Hass entgegen. Schlussstück „Industria“ kommt im Kontext von „Freakshow“ als der hörerfreundlichste Titel daher und präsentiert sich ein wenig gesetzter. Den Tinnitus gibt’s übrigens gratis zum Album dazu.
Maria Madaffari

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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