CD-Rezension / Review / Kritik

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cella door daemmerung

Cella’Door
„Dämmerung“
(SAOL/H’Art)
Der Name des Septetts schmeichelt dem Ohr. Wer „Dämmerung“, das vierte Album der Musiker aus Hannover, abspielt, merkt rasch, wie melodisch, vielseitig und originell die Neuerscheinung ist. „Celebrate nobiscum – Feiert mit uns“ heißt es im ersten, auf Latein vertonten Song „Per Portam Cellae“. Dieser Aufforderung werden Freunde des Gothic Metal gerne nachkommen. Der Einstieg begeistert durch ausdrucksstarken Frauengesang, der nach alter Tradition mit einer kontrastierenden männlichen Stimme unterlegt ist. Leidenschaftliches Geigenspiel komplettiert den guten Eindruck, der sich beim weiteren Zuhören verstärkt. Die Kombination zweier verschiedener Frauenstimmen, einer Opern- und einer Gesangsstimme, die von Growls und Gitarren begleitet werden, ist zwar keine bahnbrechende Neuheit, aber gekonnt ist nun einmal gekonnt. Eines der Highlights von „Dämmerung“ ist „Die Engel“, das sich der Lyrics des „Prologs im Himmel“ aus Goethes „Faust“ bedient. Die Metal-Version der gehobenen Lektüre wird nicht nur Deutschlehrer erfreuen. Das in Landessprache vertonte und von sanften Geigenstrichen begleitete „Kojo No Tsuki – Ruine im Mondlicht“ des Lyrikers Doi Bansui ist ein Klassiker der japanischen Lyrik. Gothic Metaller und Literaturliebende werden sich also gleichermaßen über „Dämmerung“ freuen.
Mirja Dahlmann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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