CD-Rezension / Review / Kritik

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afi burials

AFI
„Burials“
(Republic/Universal)
Zehn Jahre nach der Lieblingsplatte „Sing The Sorrow“ (2003) der Kalifornier, die ihnen spätestens auch bei uns zum Durchbruch verhalf, hat sich AFIs Ansatz deutlich und hörbar gewandelt. Kein Punk, weder in der Post-, Hardcore- oder Horror-Variante, sondern gut, aber auch glatt gemachter, typisch amerikanischer Alternative-Rock mit hier und da noch vorblitzender jugendlicher Schools-Out-Attitüde. Davey Havocks Quietsche-Jammer-Stimme aus Songs wie „Silver And Cold“ oder „Girl’s Not Grey“ war zwar keine gesangliche Glanzleistung, in ihrer Eigenart aber toll und fehlt jetzt für den sehr eigenen, stets widererkennbaren Charakter. Jetzt schafft er es, glücklicherweise nur in Ausnahmefällen, sogar, wie George Michael zu klingen in „No Resurrection“. Die - musikalisch perfekte - Eintönigkeit wird ab der Hälfte etwas durchgeschüttelt, ja, tatsächlich wird das Album nach hinten hin immer besser. Das reicht aber nicht aus für überschwängliche Begeisterungsstürme. Wenn man also zu „Burials“ greift, sollte es vor allem Begeisterung für Davey Havoks Stimme oder im Allgemeinen sein, die kaufentscheidend ist.
Yvonne Duchateau

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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