CD-Rezension / Review / Kritik

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5TimesZero ØK CD Cover

5TimesZero „ØK“

(Echozone/Bob-Media)
Auf dem schmalen Grat zwischen stilistischer Scheuklappenscheu und einer vielleicht allzu gewollten Orientierungslosigkeit agieren 5TimesZero aus dem Ruhrpott mit einer Kaltschnäuzigkeit, die ihnen spätestens nach dem dritten Hördurchgang von „ØK “ (sprich „Zero Kay“) als statthafter Ausdruck einer libertinär orientierten Souveränität unterschrieben werden darf. Und dies vor allem aufgrund des Umstands, dass sie ihre heterogene Veranlagung mit einer Vielzahl von Wiedererkennungsmerkmalen ausstatten, die 5TimesZero nicht zuletzt als gewiefte Soundtüftler und phantasiebegabte Songwriter im Gedächtnis verhaften. Nebst einer merklich detailversessenen Produktion überzeugt insbesondere die sich auf zwei gleichberechtigt agierende Leadstimmen verteilende Gesangsleistung, mit der die seit 2015 aus „alten Hasen“ zusammengesetzte Band auch mal schrullige Geschichten erzählt. Problematisch bleibt indes die Genreverortung, doch scheint dieser Umstand zumindest die Akteure kaum zu scheren. Bezeichnen sie ihren eigenartigen Mix doch selbst kurzerhand als Dark-Electro Pop. Ein dehnbarer Begriff, dem sie sich auf „ØK“ in summarischer Hinsicht als durchaus würdig erweisen. So trifft Verspieltes („Naked“) auf rhythmisch Forciertes („State Of Being“), Überhitzung („Pyromanic“) auf Kühle („Frozen“). Und veritable Hits („Don’t Push Me“, „Art Of Living“) auf die einfühlsam inszenierte Adaption eines Tucholsky-Gedichts („Augen der Großstadt“). Wenn auch das Album in seine Einzelteile zu zerfallen droht, bleibt deren Qualität davon unberührt. Eine Attraktion für Entdecker.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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Wednesday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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