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Coppelius-HERTZMASCHINECover

Coppelius
„Hertzmaschine“
(F.A.M.E. Artist Recordings/Sony Music)
200 Jahre galvanische Amplifikation. Zugegeben, in einer Welt der Jubiläen und permanenten Übertreibungen mag diese Feierlichkeit leicht untergehen. Nicht so für Coppelius. Mit „Hertzmaschine“ liefern die kauzigen Musiker einen neuen Longplayer ab, der von einer ganzen Reihe klassischer Steam-Punk-Motive getragen wird. Neben Luftpiraten und Luftschiffharpunisten ist da die Rede von der „Herzmaschine“, für deren Betrieb eine ganze Kleinstadt an Arbeitskräften nötig ist. Dazu referieren die Herren im Frack darüber, wie es ist, seine „Contenance“ zu verlieren oder in einem „Experiment“ voll und ganz zu versinken. Ebenso vielfältig wie die Themen ist deren musikalische Bearbeitung. Temporeich und krachend auf der einen Seite, gelassen und verspielt auf der anderen, variieren die Kompositionen. Unterstützt durch die versierte Arbeit von Simon Michael (Subway To Sally) im Studio, gelingt es, das Spiel aus Klarinette, Cello, Kontrabass und Schlagzeug druckvoller denn je wirken zu lassen. Doch nicht nur kraftvolle Titel wie die Iron Maiden Coverversion „Killers“ wissen zu überzeugen, auch die ruhigen Lieder besitzen ihren ganz eigenen Charme. So ist es insbesondere der höhere Anteil an Gelassenheit im Vergleich zum Vorgänger „Extrablatt“, der dieses Werk positiv auszeichnet. Coppelius, das ist eben nicht nur schräger Metal, sondern eine ganz eigene Kategorie.
Peter Heymann


Sunday the 8th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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