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Erstellt am Dienstag, 24. September 2019

Markus Heitz Special Doors news

Buchspecial: Markus Heitz - „Doors“ Staffel 2

Hinter verschlossenen Türen

„Die Kreativität in sich zu sehen, ist eine Kunst. Wer aus ihr schöpft, ist ein Künstler“, hält die deutsche Publizistin Wilma Eudenbach einst fest. Zweifelsfrei: Markus Heitz ist ein Künstler. Ein Künstler, der mit Worten und Sprache zu verzaubern vermag, in furiose Welten und ferne Dimensionen entführt, spektakuläre Imaginationen im Kopf zum Leben erweckt und die Fantasie der Leser beflügelt. Dabei vermag es der Bestsellerautor, unterschiedlichste Genres in sein literarisches Portfolio mit zu integrieren - von Mystery und Historie, Action, Thriller und Abenteuer bis hin zu geheimnisvoller, imposanter Fantasy mit einem Hauch Finsternis. Der charismatische Schriftsteller begrenzt sich und seine Visionen zu keiner Zeit; vielmehr lebt er für seine Geschichten, die abwechslungsreicher kaum sein könnten. Mit „DOORS“ wagen er und sein Verlag ein spannendes Experiment, das 2018 seinen Lauf nimmt: drei Türen, drei Bücher, drei Geschichten. Jetzt geht es in die zweite Runde und verspricht abermals Nervenkitzel pur. Öffnen wir die Tür, doch Vorsicht: Suchtfaktor.

Kreativität funktioniert nach eigenen Regeln

Bald ist es soweit. Wieder einmal nimmt uns der Kreativkopf aus dem Saarland auf eine außergewöhnliche Reise mit, die drei verschiedene Welten offenbart - wir selbst können entscheiden, welches Szenario wir erleben möchten, indem wir eine bestimmte Tür öffnen. Der Einstieg ist bei allen gleich, doch jede Geschichte nimmt einen anderen Lauf und spielt in einer konträren Wirklichkeit. Wann war für Markus Heitz klar, dass eine zweite Staffel folgen wird? „Oh, es gab einfach noch genug Sachen im `DOORS´-Universum zu erzählen“, nimmt sich der sympathische Autor Zeit für ein Gespräch mit Sonic Seducer und schmunzelt: „So einfach kann es sein. Das ist das Schöne an diesem Projekt: Es existieren unendlich viele Möglichkeiten. Solange eine Tür vorhanden ist. Die Resonanz bestärkte den Knaur Verlag und mich, gleich eine zweite Staffel anzuschieben. Wiederholungen sind dabei ausgeschlossen“, konstatiert er und verrät ferner, dass der Prozess der Ideenfindung einer permanent fließenden Inspirationsquelle gleiche. „Ich unterscheide nicht zwischen Arbeit und Alltag. Das geht alles in eins über und so kann mich beim Wäsche machen ebenso die nächste Idee anspringen. Einkaufen, Putzen und was man eben so tut, ist gelegentlich auch recht hilfreich, das gebe ich zu. Kreativität lässt sich nicht abschalten und es wäre sträflich, nach festen Uhrzeiten zu arbeiten. Oder eine Idee nicht zu notieren, weil sie zur falschen Zeit kommt“, legt der Mann mit dem Faible für Gothic, EBM und skandinavischen Metal dar, während er uns einen Einblick in seinen normalen Schreiballtag gestattet: „Aufstehen, Schwarztee - viel Schwarztee - und rein in den Tag. Mails checken, meine mindestens fünf Seiten schreiben, wobei es meistens mehr sind. Dann kommt der Alltag von links ins Bild, noch mehr Schwarztee, wieder schreiben oder recherchieren, Ideen sammeln - Zack, Tag vorbei. Oder er verläuft ganz anders. Ich bin flexibel.“

Von Geschichten, die erzählt werden wollen

Markus Heitz, sein Notizbuch und der Stift sind eine untrennbare Einheit, agiert der Fantasy-Meister doch nach eine Art von Baukastenprinzip, mit dem er sich seinen Ideenpool aufbaut und so aus verschiedenen Fächern jederzeit eine Vision eines jeweiligen Genres realisieren kann - unabhängig davon, wann die Idee entstanden ist. „Prinzipiell funktionieren Geschichten als solche fast in jedem Genre, das ist richtig. Man muss sie nur entsprechend anpassen“, teilt er mit. „Deswegen schreibe ich mir sämtliche Ideen auf, die ich habe. Mag der Tag kommen, an dem ich sie brauche oder ich sie beim Durchblättern neu entdecke. Viele davon sind umgesetzt, aber längst nicht alle. Und es addieren sich immer welche dazu, die drängeln, nörgeln und geschrieben sein wollen. Schlimm, schlimm, dieses Luxusproblem“, bemerkt er charmant und hat sich selbst vorgenommen, zwei Romane im Jahr zu verfassen, „aber ich könnte auch locker drei Romane im Jahr schreiben“, räumt er ein: „Da ich schreiben will und muss, ist es für mich reiner Spaß. Und dieses Vergnügen an der Arbeit, ist die beste Motivation überhaupt. Die Stories wollen raus.“

Die zweite Staffel von „DOORS“ erscheint erneut in drei alternativen Versionen. Der Beginn ist zunächst gleich, was passiert dann? „Zum einen sind wir in unserer Gegenwart, aber die Leser lernen Parallelwelten und Fremdwelten kennen. Wir gehen ins Jahr 2049, wir reisen in die Vergangenheit, wir bedienen uns der Mystik und werfen einen Blick auf wandelnde Mumien. Weltweite Katastrophen müssen verhindert werden - und manchmal wollen die Helden einfach nur nach Hause“, gewährt Markus einen Überblick, um uns im nächsten Moment die Protagonisten näher zu bringen: „Wir haben die deutschtürkische, quirlige Hackerin Suna, die russische, toughe Eventmanagerin Milana und Anton, einen bodenständigen Schreiner aus der Pfalz. Grundverschieden, in ihren eigenen Welten und doch sind alle durch Türen und deren Stories verbunden. Mal direkt, mal indirekt. Je nach Roman“, schildert der Schriftsteller und berichtet, wie er seine Figuren entwickelt. „Eine Gruppe wird - wie im Rollenspiel - so angelegt, dass sie durch unterschiedliche Veranlagungen, Geheimnisse und Temperament bereits eine Dynamik in sich birgt. Gibt man Impulse von außen hinzu, werden jene Charakterteilchen angestoßen. Somit gesellt sich zu ihrer eigentlichen Aufgabe das Individuelle hinzu, was es schwerer, leichter oder unmöglich macht.“

Welche Tür wählst du?

Das „DOORS“-Konzept hat etwas sehr Besonderes; auf einen Schlag entstehen drei Bücher. Hierbei hat Markus die imaginären Welten der Geschichten - Reisen, Inhalte und Enden - bereits fest im Kopf. „Ganz genau, alles ist vorhanden“, bestätigt der Liebhaber der indischen Küche, „dann kommt zuerst der `Gehirn-Stürm´ (wie Die Ärzte singen), danach werden die konkreten Ideen geordnet, eingeteilt, strukturiert, Welten entworfen, Handlungen sowie Charaktere entwickelt und letztlich los geschrieben. Zehn Prozent Freiheit lasse ich mir beim Schreiben, der Rest bleibt“, fasst er zusammen und freut sich, dass sein Verlag gemeinsam mit ihm bereit war, neue Wege einzuschlagen, „um dem Medium Buch einen Kick zu verpassen, aber mit Herz und Verstand. Stories erzählen auf einem nächsten Level, horizontales statt vertikales Erzählen.“ Die Erzählstränge gehen bei dieser Staffel jedes Mal anders aus, ein ungeschriebenes Gesetz? „Aber klar!“, unterstreicht er, „weil es wiederum für mich maximalen Spaß bedeutet, den Helden variable Enden zu gönnen. Mal gut, mal schlecht. Als würde man einen Film nach den ersten zehn Minuten mehrmals extrem unterschiedlich drehen und ausstrahlen dürfen - und die Zuschauer haben die Wahl.“

Es gibt wohl kaum etwas Symbolträchtigeres als die Tür, besonders wenn jene verschlossen ist. Markus sieht die größte Faszination darin, dass diese ein zentrales Element in sämtlichen Genres sei, „von Liebesgeschichte bis Horror, von Science Fiction bis Fantasy und Krimi. Hinter Türen verbirgt sich stets etwas“, reflektiert er. Übrigens: Man muss nicht unbedingt vorab die erste Staffel lesen, um entsprechend in das Geschehen zu steigen. „Das ist der Trick an der Sache - es gibt keine Reihenfolge. Die Handlungen sind alle abgeschlossen und selbsterklärend. Natürlich gibt es Anspielungen und Andeutungen, aber das merken nur jene, die alles gelesen haben“, informiert er und würde - wenn sich für ihn eines Tages ein Tor öffnen könnte und er das Ziel seiner Reise wählen dürfte - gerne in der Zukunft landen. „Als Historiker und Rollenspieler fände ich es spannend, dorthin zu reisen, von dem ich nichts weiß.“ Was er aber zu einhundert Prozent weiß, ist die Gewissheit, seinen Traumjob zu haben: „Seit ich 14 Jahre alt bin, wollte ich Autor sein. Mit Umwegen bin ich nun dort, wohin ich wollte und es ist der beste Job der Welt - zumindest für mich!“
Jasmin Froghy

 

 

Sonic Seducer 10-2019 + Lacuna Coil & Mister Misery Titelstories + 20 Seiten M'era Luna Special + Rammstein "Die Skandale" + 16 Tracks mit Lacuna Coil exkl. Remix u.v.m.

 

 

 

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Friday the 6th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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