Chelsea Wolfe „Birth Of Violence“ – Album des Monats

chelsea wolf birth of violence cover

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Chelsea Wolfe „Birth Of Violence“ – Album des Monats

(Sargent House/Cargo)
Gewalt kann etwas ungemein Subtiles sein. Man muss nur Chelsea Wolfe fragen beziehungsweise hören: Die große Dame der düsteren Americana und des gravitätischen Doom-Metal denkt auf ihrem sechsten Studioalbum gar nicht daran, den Holzhammer auszupacken wie mitunter auf den Vorgängern „Hiss Spun“ oder „Pain Is Beauty“.

Stattdessen bezeichnet die Amerikanerin „Birth Of Violence“ als ihre Folk-Platte – was beileibe nicht heißt, dass sie dazu geeignet wäre, versonnen am Lagerfeuer nachgeklampft zu werden. Zwar bleiben so monströse Klagelieder wie bei Lingua Ignota aus, und auch Anna von Hausswolffs Kirchenorgel-Schwere sucht man vergeblich. Dennoch vermag die elegische, vergleichsweise luftige Grundstimmung von „Birth Of Violence“ jederzeit in eine so lodernde Vorhölle umzuschlagen, als würde Wolfes Zuhause in Nordkalifornien, wo die zwölf Stücke entstanden, jeden Moment in Flammen aufgehen. So wird „Be All Things“ unversehens von einer friedlichen Moritat zur böse auftrumpfenden Wuchtbrumme, und „Deranged For Rock & Roll“ führt den Genrebegriff im Titel mit beunruhigendem Geschepper und Gecrunche fast ad absurdum –  trotzdem ist dieser Song so nahe an einem Hit wie selten. Gemäßigter geben sich der einen Akustik-Groove aufschichtende Opener „The Mother Road“ und die Single „American Darkness“, die auch von weniger streng zu Werke gehenden Kolleginnen wie Marissa Nadler oder Emily Jane White stammen könnte. Ein genauso gewaltiges Album wie „Birth Of Violence“ muss diesen aber erst noch gelingen.
Thomas Pilgrim

 

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In der aktuellen Ausgabe Sonic Seducer 10/2019 küren wir „The Birth Of Violence“ zum Album des Monats. Im ausführlichen Interview erzählt Chelsea Wolfe alles zu den Hintergründen ihrer spannenden neuen Platte.


www.chelseawolfe.net

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