CD-Rezension / Review / Kritik

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X O Planet Passengers CD Cover

X-O-Planet „Passengers“

(Danse Macabre/Alive)
Manja Kaletka (X-Perience, Ex-Jesus On Extasy u.v.a.m.) und Goderic Northstar hinterlassen mit ihrem Debütalbum allein schon optisch einen nachhaltigen Eindruck. Werden doch angesichts des interplanetarischen Tableaus Erinnerungen an eine musikalische Epoche wach, in der synthetische Sounds und (zuweilen gar zukunftsfrohe) Science Fiction parallel gedacht wurden: Von Larry Fasts Synergy über lieblichen Charts-Kram (Nova, „Aurora“) bis hin zu Vangelis oder Jean Michel Jarre. Doch auch im Klangbild des Mainzer Duos manifestiert sich latent jener Retro-Touch der analogen Kosmonautik. Und fusioniert mit einem wohnlichen Sonnensystem voller melodieverliebter Himmelskörper, die ihre Umlaufbahnen im artigen Midtempo ziehen. So entsteht eine geradezu formvollendete Harmonie aus warmen Synthklängen, reizvoll artikuliertem Gesang und besagter Melodik, mit der X-O-Planet etwas Besonderes und zugleich besonders Wertvolles gelungen ist: Nicht weniger als die Schaffung einer Electropop-Schnittmenge, die Tradition, Gegenwart und Moderne in sich vereint und auf charmante Art nach den Sternen greifen lässt, die sich letztlich als Hörerherzen erweisen. Zwar mag „Passengers“ als Album zunächst ein wenig einförmig wirken, doch dieser Eindruck täuscht: Angesichts immens eingängiger Songs, an denen auch ein Major Tom seine Freude haben würde - wenn auch im Sinne einer sanften Erdung oder gar Erlösung. Denn immerzu völlig losgelöst zu sein, schlägt irgendwann doch aufs Gemüt. Mit „Passengers“ blüht es hingegen auf. Versprochen.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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Monday the 23rd.
2016 Sonic Seducer Magazin

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