CD-Rezension / Review / Kritik

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white trash wankers electrobilly horrorshow

White Trash Wankers
„Electrobilly Horrorshow“
(Eine Tasse Jäger Records)
No School EBM? Was ist das denn? Etwas, das es so noch nie gab natürlich, das keine Vorbilder hat. Dennoch etwas, das bei einigen Hörern Assoziationen wecken mag, mit den wilden Jahren von Cat Rapes Dog beispielsweise. In seinem grundsätzlichen Mischverhältnis erweist sich das Anhaltinische/Berliner Duo White Trash Wankers auf seinem Debüt jedoch als absolutes Unikat. Zu Elementen von EBM der sequenzerdominierten Sorte kommt Psychobilly zu gleichen Teilen, was in herrlichen Adaptionen bekannter Pogo-Trigger von The Meteors oder Demented Are Go! beziehungsweise der eines Rock’n’Roll-Klassikers von Bill Haley gipfelt. Dabei sind es keine Coverversionen, denen Pete und El Weisio, beide in der EBM-Szene bekannt von A.D.A.C. 8286 und Stechschritt, ihren versauten Stempel aufdrücken. Mit einer einzigen Ausnahme: „Another One Bites The Dust“ von Queen, das in dieser irren Version endlich hörbar wird. Apropos irre: Die selbsternannten Wichser scheuen generell keine Grenze: echte Drums und Gitarre kommen so selbstverständlich zum Einsatz wie E-Orgel, Boogie-Woogie-Bässe und bekloppte Samples. Wovon ihre Texte handeln, ist relativ schnell auf den Punkt gebracht: Nutten, Stuntmen, Verrückte, Mörder und vor allem Masturbation. Erstaunlich, dass das hervorragend von Comic-Legende Rainer F. Engel illustrierte Cover ohne Parental Advisory auskommt. Immerhin gibt’s im Innenteil einen „Warnhinweis“: Perverted, Retarded, Sick Sick Sick - für meine Begriffe vielmehr ein deutliches Kaufargument.
Jörn Karstedt

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.


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