CD-Rezension / Review / Kritik

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various artists radio schwarze welle dark season

Various Artists
„Radio Schwarze Welle Dark Season“
(Golden Core/ZYX)
Zwar ist Weihnachten vorbei, Knut gefeiert und alle grünen Ästchen vertrocknet, aber kalt genug ist es sowieso und nach dem Weihnachtsfest ist ja bekanntlich vor dem Weihnachtsfest. Mit dem Sampler „Radio Schwarze Welle“ hat selbiger Radiosender ein ganz eigenes Weihnachtsalbum zusammengebastelt, das die kalte Jahreszeit mal von ihrer dreckigen Seite zeigt. Gespickt mit jeder Menge Highlights, rieselt laut der Schnee und schwimmt die Leiche starr im See. Zugegeben, es ist ein bisschen abgedreht, aber dadurch auch wieder amüsant. Wo sonst findet man die Geschichte von der Pilgerreise der drei Könige zum Jesuskind, die zum lustigen Drogentrip und ausgiebigen Saufgelage umfunktioniert wird? Noch abgefahrener ist dann nur noch „Lass knallen, Ruprecht (Der Sadist vom Nordpol-Mix)“ von Taxim. Aber es geht natürlich auch ein wenig ernsthafter, wie Leland P und Secret Discovery mit „Endless“ zeigen. Ein Hauch von Queen-Stimmung kommt bei „What’s Your Biggest Dream“ von Soloshow auf, ein Song, der einzig aus den Komponenten Stimme und Klavier besteht. Selbstverständlich darf so ein Klassiker wie „Jingle Bell“ (sic!), hier von Anthracitic Moths mit elektronisch-dämonischer Note interpretiert, nicht fehlen. Mit „Ave“ liefern Molllust ebenso einen bekannten Weihnachtssong und personifizierte Besinnlichkeit ab. Aber da kann der grimmige Schneemann nur müde grinsen.
Maria Madaffari

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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