CD-Rezension / Review / Kritik

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Sweet William Time CD Cover

Sweet William „Time“

(D-Monic/Datakill)
Mit rund einem Jahr Verspätung zelebrieren Sweet William mit „Time“ ihren 30. Geburtstag. Das stimmt so nicht ganz: Nachdem die Scheibe 2016 pünktlich erste Gehversuche auf den Weltmärkten unternahm, erfolgt erst dieser Tage eine fokussierte Form der Promotion. Aber wie dem auch immer sei: Älteres und frisches Material fügt sich, wie könnte es bei dieser solitären Band auch anders sein, zu einem stets etwas enigmatisch aufbereiteten Konglomerat aus dezenter Neo-Psychedelia und Wave Rock, wie dies sonst kaum wer hinbekommt. Um Nuancen unterkühlter gefasst, als von unvergessenen Edelalben wie „Kind Of Strangest Dream“ gewohnt, ziehen Oliver Heuer und Co. offenbar unbeirrt ihre Kreise, die sowohl den Mainstream als auch den Underground tangieren. Eine beharrlich spürbare Aura des Unvorhersehbaren macht aus „Time“ ein in sich nebulös schlüssiges Werk, das sich das Prädikat „spannend“ redlich verdient. Und mit ein wenig Geduld schälen sich dann auch veritable Gemütserwärmer heraus. So wie zum Beispiel das erratisch fesselnde „Kind“ oder das zehrend lakonische „Out Of This Blue“. Tipp am Rande: Die Coverversion von „A Means To An End“ (Joy Division) sollte man sich (auch als Gratis-Download) nicht entgehen lassen.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Wednesday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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