CD-Rezension / Review / Kritik

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paul roland midnight rags the werewolf of london

Paul Roland & Midnight Rags
„The Werewolf Of London“
(Sireena Records/Broken Silence)
In der schier unerschöpflichen Reihe von Wiederveröffentlichungen des Gloom-Folkrockers ist nun sein 1980er-Debütalbum dran, das er noch mit den Midnight Rags aufgenommen hat. Wer aber nun denkt, er hielte das Originalalbum mit ein paar Bonustracks in Händen, täuscht sich. Die Tracklist offenbart, dass Roland munter Songs vom zweiten, unveröffentlichten Album mit den Midnight Rags untergemischt hat („The Ghoul“, „Mad Elaine“, „Sword And Sorcery“), andere Songs in die Bonussektion verbannt hat („Angel“, „Jack Daniels“). Warum? Roland hat die Neigung, schwächere alte Versionen entweder auszumerzen oder aufzupeppen. Im gesamten Werk von Roland ist das lange vergriffene, bisher digital nur als Fanclub-CD erhältliche Album sicherlich nicht das stärkste. Doch heißt das natürlich nicht, dass es schlecht ist, im Gegenteil: In den kurzen, kunstvollen Geschichten, die Roland erzählt („The Blades Of Battenburg“, „Angel“) oder in der Hommage an eine Horror-Legende („Lon Chaney“) blitzt das erzählerische Genie Rolands bereits durch. Umso bedauerlicher, dass das hübsch gestaltete, achtseitige Booklet nicht die vollständigen Songtexte enthält. Dennoch: eine empfehlenswerte Anschaffung, nicht nur für Roland-Fans.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.


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