CD-Rezension / Review / Kritik

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Projekt 26 Violets And Violence CD Cover

Projekt 26 „Violets And Violence“

(EK Product)
Manche sich auf den ersten Blick aufdrängende Assoziationen sind eher Wunschgedanken, so auch in diesem Fall. Das „Violets And Violence“ betitelte Debütalbum der Augsburger EBM-Pop-Formation Projekt 26 zielt keinesfalls darauf ab, Zusammenhänge zwischen umgangssprachlich als Veilchen bezeichneten sogenannten blauen Augen und deren möglicherweise ursächlicher Gewalteinwirkung aufzuzeigen. Es steckt mehr als bloße Wortspielerei dahinter: Die Wörter Violets und Violence symbolisieren, so beschreibt es die Band, einen Querschnitt menschlicher Grundemotionen, mit denen sich die einzelnen Songs beschäftigen. Ohne in musikwissenschaftliche Analysen abdriften zu müssen, ist eines völlig klar: Projekt 26 haben richtig was drauf! Neben Stompern wie dem auf Schwedisch vorgetragenen „God Dag“ und beispielsweise „Blood For Blood“ bietet das Duo ein astreines Gespür für Melodien und minimalistisch arrangierten Synthiepop („Stars And The Moon“, „Destiny“). Auch der Humor kommt nicht zu kurz („Back To The Future“); die Kollaborationen mit Plastic Noise Experience, SadoSato, Pantser Fabriek, Oldschool Union und Loewenhertz überzeugen ebenfalls. „Violets And Violence“ ist ein absolut gelungenes Debüt – wer auf Spark!, Jäger 90 oder Sturm Café steht, liegt hier richtig.
Kai Reinbold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Saturday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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