CD-Rezension / Review / Kritik

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ran slavin bittersweet melodies

Ran Slavin
„Bittersweet Melodies“
(Crónica/a-Musik)
Clicks’n’Cuts, Glitch – da war doch was. Wem die bittersüßen Melodien auf dem elften Studioalbum von Ran Slavin etwas aus der Zeit gefallen erscheinen, liegt damit nicht ganz verkehrt. Das Material, dass Slavin hier abliefert, war ursprünglich für eine Veröffentlichung auf Mille Plateaux vorgesehen – die bekanntermaßen vor vielen, vielen Jahren recht abrupt ihre Pforten schließen mussten. Dank gebührt somit auch dem Label Crónica, dafür, dass das Album doch noch das Licht der Welt erblicken konnte. Slavin entführt hier in die Postkartenvariante einer Welt voller Sonne und Verbrechen – Miami Vice lässt grüßen –, gefiltert durch den Blick eines DSP-Junkies mit Hang zum Lofi-esken. Der Sound hakt und stolpert, während zwielichtige Gestalten in der Hotel-Lobby auf die Geldübergabe warten und dann mit dem nächsten Flieger nach Fernost verschwinden. Doch die Angst vorm Erwischtwerden weicht hier der Freude an kreativen Software-Fehlfunktionen.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.

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