CD-Rezension / Review / Kritik

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silent opera reflections

Silent Opera
„Reflections“
(Massacre/Soulfood)
Der Bandname führt eindeutig in die Irre. Orchestral facettenreich arrangierter Gothic Dark Metal versehen mit weiblichem Lead-Geträller und unsäglichen, männlichen Growl-Screech-Exzessen. Selten habe ich in diesem Bereich einen mich so dermaßen grausam nervenden Grobgesang vernommen. Die reinste Ohrenpein. Auch bedingt durch pseudoepisch klingende Tonleiterritte und aufgesetzt wirkende, romantisch akzentuierte Tonfolgen fühlt sich das Teil alles andere als begeisternd an. Das liegt primär an den sadistisch gemeinen Auswürfen von Steven Schriver, der die neun Lieder der 2007 gegründeten Franzosentruppe immer wieder regelrecht kaputt schreit. Eigentlich schade, denn Frontfrau Laure Laborde macht ihre Sache gar nicht mal so schlecht. Sie geht deutlich noch am besten aus den beschriebenen Miseren der Platte hervor. Positives auf der Saitenseite: Die erdig fußende und teils umwerfend druckvolle Gitarrenarbeit von Romain Larregain darf getrost als donnernde Schmetterung ersten Grades tituliert werden. Er planiert sich rigide und zielführend ins Gehör, dabei Variantenreichtum und Virtuosität beileibe nicht unterschlagend. Silent Opera setzen auf ein Maximum an Abwechslung, was ihnen zugutegehalten werden muss. Auch Keyboarderin Laura Nicogossian gibt mit ihrem schwungvoll perlenden Spiel restlos alles, was die Finger hergeben.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.

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