CD-Rezension / Review / Kritik

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Nothing More The Stories We Tell Ourselves CD Cover

Nothing More „The Stories We Tell Ourselves“

(Eleven Seven/Membran)
Energetisch und modern gehen die vier texanischen Alternative-Rocker auf ihrem siebten Album zu Werke. Man lauscht saftigen Gitarrenkaskaden, fetten Groove-Beats und Gesangskonstruktionen, die zwischen an Rage Against The Machine erinnernden Rap-Stakkato, melodischen Refrains der Eingängigkeitssonne des zeitgemäßen US-Alternative Rock-Mainstreams und hohen Hard Rock-Lagen pendeln. „Let ’em Burn“ ist ein heftiger Groove-Rock-Hammer, tief verwurzelt in den frühen Neunzigern, der mit dicken Gitarren und eleganten Tempowechseln punktet, es fließt auch ein wenig Hair Metal-Flair der 80er ein. „Ripping Me Apart“ präsentiert fett gemixte Riffs von Simplizität, dazu aggressive Vocals milder Verzerrung und explosive, exakt kalkulierte Dynamikausbrüche: Pantera und Co lassen grüßen. Mit „Still In Love“ bieten die Musiker auch zahmeres Material und die heuer wieder allenthalben angesagten Kopfstimmen an; die Vocals in „Don’t Stop“ erinnern vom Image kurz an Kiss, bis deutlich wird, dass die Gesanglinie eigentlich nur ein Rip-Off von Depeche Modes „Walking In My Shoes“ darstellt. Na ja, irgendwann sind alle möglichen Kombinationen von zusammenpassenden Tönen erschöpft, warnte schon McCartney 1980; aber an diesem Punkt sind weder Nothing More noch die Rockwelt generell angelangt. Festzuhalten gilt: Eine Platte wie diese ist insgesamt nicht neu, doch sie vermischt etliches, was seit den frühen Neunzigern bekannt ist, durch handwerkliche Größe zu einem auch inhaltlich überzeugenden, von kleinen Zwischencollagen durchzogenen Konzept.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Saturday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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