CD-Rezension / Review / Kritik

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the malpractice mass

The Malpractice
„Mass“
(Crunchy Frog/Soulfood)
Gesänge und Gitarren im Unisono-Taumel, klasse schepperndes natürliches Schlagwerk, Fuzz-Gitarren von dreckigem Indie-Flair, dazu Flüstern, Schreien, cooles laszives Fauchen – und auch gern mal ein Hippie-mäßiges Säuseln, untermalt von akustischer Gitarre: Diese dänischen Musiker, angeführt von Mastermind Johannes Gamelby, bringen die Sechziger gegen die Neunziger Jahre auf: Beatles gegen Faith No More, Jimi Hendrix gegen NIN, Woodstock 1969 gegen Woodstock 1994 – besser gesagt: sie fügen diese Komponenten derart elanvoll und souverän zusammen, dass sie ein schillernd-eigenwilliges Gesamtbild ergeben. Unverfrorene Dynamikspiele bilden den roten Faden: Partwechsel, die niemals aufgesetzt oder überzogen wirken, nicht um ihrer selbst wegen geschaffen werden, sondern weil sie dem Songaufbau dienlich sind. Einfache Akkordstrukturen brüllender E-Gitarren-Wände erbeben gerade noch – um im nächsten Augenblick einem Lagerfeuer-gleichen Zupfgitarren-Zwischenspiel Platz zu machen. Unerwartet taucht ein Pop-Part mit Falsett-Stimmen auf, an dem sich die Bee Gees erfreut hätten – nur um kurz herauf mit Indie-Krach verscheucht zu werden. Irgendwie hat man den Eindruck… diese Platte hat etwas Genialisches!
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


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