CD-Rezension / Review / Kritik

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Peter Murphy Bare Boned And Sacred CD Cover

Peter Murphy „Bare-Boned And Sacred“

(Metropolis Records/Soulfood)
Peter Murphy in jüngster Vergangenheit live zu erleben, war ein etwas zweischneidiges Schwert. Einerseits ist da dieser großartige Frontmann, der mit seiner Aura jede noch so banale Multifunktionshalle zum Leuchten bringen kann, andererseits wirkten viele Passagen müde und angestrengt, es fehlte an Energie und Lebendigkeit. Umso spannender ist vor diesem Hintergrund die neue Produktion „Bare-Boned And Sacred“. Aufgenommen im Rahmen der letztjährigen „Stripped“-Tour in New York, umfasst das Set des hier festgehaltenen Konzerts viele wichtige Stücke seiner dreißigjährigen Solokarriere plus ein Medley aus Bauhaus-Titeln. Begleitet wurde Murphy auf dieser Tournee von John Andrews an der Gitarre und Emilio Zef China an Bass und E-Violine. Vom Opener „Cascade“ an fesselt die erzählerische Stimme des Frontmannes. Klar und charismatisch vorgetragen, fügt sich in das Best-Of Programm mit „Bewlay Brothers“ eine grandiose Bowie-Coverversion, die eine Nähe zwischen den beiden Musikgrößen herstellt, die bemerkenswert ist. Zu den Highlights dieses Album zählt weiterhin „The Rose“ vom 2014 veröffentlichten „Lion“-Longplayer, das schwebend und transparent seine volle Emotionalität entwickelt. Ihren schwächsten Moment hat diese CD ausgerechnet im Bauhaus-Medley, das u.a. „King Volcano“ enthält. Murphy wirkt weniger engagiert und etwas fahrig. In dieser Form sollte er sich lieber gänzlich auf seine eigenen Songs konzentrieren. Abgesehen von diesem Ausrutscher ein sehr empfehlenswertes Zeitzeugnis.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.
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2016 Sonic Seducer Magazin

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