CD-Rezension / Review / Kritik

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Mortiis The Great Corrupter CD Cover

Mortiis „The Great Corrupter“

(Megaforce/H’ART)
Ein kredibler Industrial Rocker ist nur, wer seine Stücke auch remixt, beziehungsweise remixen lässt. Genau dieser finale Feinschliff stand noch aus in Mortiis’ Metamorphose vom Ambient-Schwarzmetall-Troll zum Hybrid-Act, zu dem er mit den letzten Alben zweifelsfrei geworden ist. Eine schöne Nachricht für eine musikalische Schublade, die schwere Nachwuchssorgen plagen. Der Norweger präsentiert mit „The Great Corrupter“ so einige namhafte Genre-Ikonen, die ihn inspirierten, diesen Schritt zu tätigen und die Szene prägten. Nachdem bereits vor Monaten die Downloadsingle mit Versionen von Die Krupps und Leæther Strip erschien, schießt Håvard Ellefsen jetzt so geballt hinterher, dass gleich zwei CDs nötig sind, um die volle Ladung aufzunehmen. Und die Gäste haben sich Mühe gegeben: Bei Chris Vrennas Spagat zwischen harten und zarten verzerrten Soundwelten fällt auf, warum er einst an der Seite von Trent Reznor auf der Bühne stand. Auch Rhys Fulber (u.a. Front Line Assembly) und PIG begeistern mit Interpretationen fernab der Discobeat-Four-On-The-Floor-Schablonen. Eine der spannendsten Varianten stammt jedoch von Kumpel Stephan Groth, der „Sins Of Mine“ einen dezenten Apoptygma-Berzerk-Anstrich verpasste mit einer Ruhe, die fast schon an The Birthday Massacre erinnert. Für die Abrundung sorgt Noise-Ikone Merzbow mit einem Mix, der für seine Verhältnisse sogar unglaublich zugängig ist. Unterm Strich lässt sich festhalten, dass Mortiis mit „The Great Corrupter“ eines der hochwertigsten Remix-Erzeugnisse der letzten Monate gefertigt hat, wenn nicht sogar der letzten Jahre. Ein Muss für Industrialectronisten!
François Duchateau

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017
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Wednesday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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