CD-Rezension / Review / Kritik

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Konx OM Pax Caramel

Konx-Om-Pax
„Caramel“
(Planet Mu/Cargo)
Die räumliche Veränderung, weg aus dem Stadtzentrum von Glasgow und fort von den Junkie-Nachbarn, hin in die Nähe eines Parks plus eine Welttour haben offenbar einen positiven Effekt auf die Stimmung von Tom Scholefield gehabt. „Caramel“ zeigt sich wesentlich luftiger als der Vorgänger „Regional Surrealism“ und lässt dessen düstere Aspekte komplett außen vor. Scholefield hat in seinem Gedächtnis nach seinen schönsten Rave-Erinnerungen gekramt, diese mit einer Extraportion Zucker überzogen und mittels seines elektronischen Geräteparks auf Band verewigt. Bemerkenswert dabei, dass Beats hierbei nicht komplett, aber über weite Strecken auf der Strecke bleiben. Die „Caramel“-Tracks verweisen stattdessen auf euphorische Intros und Mittelteile imaginärer Rave Hits; auf jene Momente, in denen der Bass in den Hintergrund rückt und die Tänzer eins werden mit den Melodien – hier jedoch mehrfach durch die Rückblendenbrille gefiltert. Und damit steht am Ende eben kein Retro-Rave-Album, sondern elektronische Moodmusic zwischen Surrealismus und Euphorie im Zeitlupentempo.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.
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