CD-Rezension / Review / Kritik

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the legendary pink dots ten to the power of nine



The Legendary Pink Dots
„Ten To The Power Of Nine“
(Rustblade/Broken Silence)
Um sich auf dieses Doppelalbum einzulassen, muss man bereit sein, eine Reise zu unternehmen. Denn nicht mehr und nicht weniger verlangt Sänger und Komponist Edward Ka-Spel seinen Zuhörern ab. Es ist eine Reise, die auf mystische Weise drogenumnebelt wirkt und an den eigenen geistigen Horizont führt. Die aber eigentlich die Geschichte einer großen Verschwörung erzählt, in der einige übermächtige Männer heimlich und unerkannt die Welt regieren. Wer mitreist, erlebt eine langsame, atmosphärisch dicht wabernde musikalische Mischung, die sehr komplex komponiert ist, aber wie aus einem Guss wirkt. Dabei nach Sinn und Unsinn der erzählten Geschichten zu suchen, ist vermutlich vergebens, vielmehr entwirft Ka-Spel eine Art psychisches Fotoalbum. Vor dem inneren Auge ziehen die von ihm mit seiner hohen, verzückten Stimme beschworenen Bilder einfach vorbei und lösen sich auf. Man darf keine einprägsamen Songs erwarten, sondern muss Zeit mitbringen, da die Melodien immer wieder zerfließen. Kein einfaches Werk, eher eines, um die Augen zu schließen, zu lauschen und es genüsslich vorbeirauschen zu lassen. Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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