CD-Rezension / Review / Kritik

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die krupps machinest of joy

Die Krupps
„The Machinists Of Joy“
(Synthetic Symphony/SPV)
Auch wenn Die Krupps in den letzten Jahren viel unterwegs waren und immer mal wieder neue Songs veröffentlichten, ihr letztes Studioalbum datiert auf 1997 zurück! Trieben die Düsseldorfer auf „Paradise Now“ damals noch ihre Metal-Einflüsse auf die Spitze, haben Jürgen Engler, Ralf Dörper, Chris Lietz und Marcel Zürcher seit 2005 einen Nenner gefunden, der die Essenz des Krupps-Sounds zusammenfasst: EBM-Bässe treffen auf tanz- und marschierbare Beats, Gitarrenriffs wechseln sich mit Synthsounds ab und ja, es wird auch wieder häufiger Deutsch gesungen. Wer diesen Cocktail mag, wird die frische Mixtur der freudigen Maschinisten lieben. Sein Album titeltechnisch an einen der größten Hits der Bandgeschichte anzulehnen, weckt Erwartungen. Ein neues „Wahre Arbeit, wahrer Lohn“ findet sich zwar nicht auf „The Machinists Of Joy“, doch das macht nichts: Die Krupps wollten keine Platte um einen Überüberüberhit kreieren, sondern ihrer Basis gleich ein ganzes Album voller Ohrwürmer in der Stilistik liefern, die über die Jahrzehnte vielleicht etwas zu kurz gekommen ist. Diese Mission ist den Industrial-Pionieren bravourös gelungen. Mehr noch: Auch Titel wie „Ein Blick zurück im Zorn“, „Im Schatten der Ringe“, „Schmutzfabrik“, „Essenbeck“ und der Bonustrack „Nazis auf Speed“ haben das Zeug zu absoluten Krupps-Klassikern. Wer zudem die jüngsten Singles „Industrie-Mädchen“ und „Risikofaktor“ noch nicht kennt, kann diese je nach Edition ebenfalls mitgeliefert bekommen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass nicht noch einmal anderthalb Dekaden auf ein neues Krupps-Studioalbum gewartet werden muss.
François Duchateau

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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