CD-Rezension / Review / Kritik

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nick grey and the random orchestra youre mine again

Nick Grey & The Random Orchestra
„You’re Mine Again“
(Milk & Moon/Milk & Moon)
Ein offensichtlich etwas verstörter Mann, der seine imaginäre Geliebte erfolglos anbettelt, mit ihm auszugehen, dann in den Dünen ein Ei findet und es am Ende glücklich daheim umsorgt. So verrückt und chaotisch wie das Video zu Nick Grey & The Random Orchestras „My Love Affair With Might“ funktioniert auch das musikalische Schaffen des amerikanischen Quartetts. Oberflächlich betrachtet ist „You’re Mine Again“ ein höchst klischeehaftes und glamouröses Pop-Album: Auf dem pompösen Cover bettet sich der reichlich Make-up tragende Drake in unzählige Barockstoffe. In den Texten geht es natürlich um Beziehungen und ihre oft unschönen Folgen. Mit barocken Einflüssen wie einer nach Cembalo klingenden Gitarre, quietschenden Synths und einem gemütlich federnden Bass klingt das Ganze dann auch noch ziemlich kitschig. Bis klar wird, was hier tatsächlich stattfindet: Wie es 2012 Kollege und Landsmann Twin Shadow mit „Confess“ tat, bedienen sich NG&TRO aus der Kiste obiger plakativer Elemente, um sie anschließend genüsslich ironisch zu dekonstruieren. Zum Beispiel durch einen männlichen Background, der im Titeltrack sarkastisch „oh oh ohh“ skandiert, oder die Beschreibung von Selbstmordgedanken zu einlullenden Synths („In The Ravine“). Gesamtkonzeptuell höchst amüsant!
Hannah M. Seichter

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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