CD-Rezension / Review / Kritik

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Himmellegeme Myth Of Earth CD Cover

Himmellegeme „Myth Of Earth“

(Karisma Records/Soulfood)
Elegisch erhebt sich die Kopfstimme von Aleksander Vormestrand über zaghaft zurückhaltendem Orgelspiel. Hier verhallt eine Gitarre, dort verklingt ein Beckenschlag von Drummer Thord Nordli. „Myth Of Earth“, der Titelsong des Himmellegeme-Erstlings, ist eine psychedelisch-progressive Nummer, die spätestens im Gitarrensolo eine Blues-Affinität offenbart, die auch in „Fish“ zum Tragen kommt. „Breathe In The Air Like It’s Fire“ hingegen ruft im Intro tatsächlich Air in Erinnerung. „Hjertedød“ bezeugt die Fähigkeiten des Quintetts aus Bergen, unverschämt eingängige Melodien zu schreiben, wenn es gerade angebracht scheint. Irgendwo zwischen einer ätherischen Variante von Motorpsycho und einer erdigen Antwort auf Pink Floyd entrollen die Norweger auf „Myth Of Earth“ binnen 37 Minuten ein prachtvolles Klangpanorama, das bei allem Traditionsbewusstsein keineswegs angestaubt wirkt. Die Produktion klingt trotz aller Liebe zu den Siebzigern absolut zeitgemäß und unterstreicht das eigene Profil der 2015 gegründeten Band. Fazit: Mitternachtssonne für die Ohren.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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Wednesday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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