CD-Rezension / Review / Kritik

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grausame töchter vagina dentata

Grausame Töchter
„Vagina Dentata”
(Scanner/Soulfood)
Ein kleiner Hit macht vieles leichter. Zwar konnten sich die Grausamen Töchter bislang nicht über mangelnde Resonanz auf ihr Tun beschweren, mit Album Nummer vier dürften die Bizarr-Elektronikerinnen um Frontfrau Aranea Peel jedoch endlich regelmäßig auf den hiesigen Tanzflächen stattfinden. Verantwortlich dafür: Das bitterböse, aber gleichzeitig naiv-säuselnd vorgetragene „Annika ist tot“, das in seiner Machart Erinnerungen an Grossstadtgeflüsters „Ich muss gar nix“ weckt: Pfiffiger Electroclash mit einem guten Maß an Überdrehtheit. Eine musikalische Blaupause für den Rest auf „Vagina Dentata“ ist der Song deswegen aber nicht. Wie gewohnt öffnen die Töchter eine Reihe weiterer Türen, um beispielsweise die Liebe ihrer Frontfrau zum Chanson nicht zu vernachlässigen. (Electro-) Punkig geht es dagegen bei „Fette Katzen“ zu, während der „Nordsee-Tango“ tatsächlich unverkennbare musikalische Elemente dieses Standardtanzes enthält. Viel drin also mal wieder bei den Grausamen Töchtern, ein abgebissenes Genital aber hoffentlich nicht!
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.

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