CD-Rezension / Review / Kritik

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infra red unhuman life

Infra Red
„Unhuman Life“
(Plastic Frog Records)
Nicht nur mit ihrem Grauzone-Tribute-Sampler erreichten die Macher von Plastic Frog bislang viel Aufmerksamkeit im Jahr 2014, sondern auch mit vorliegender Band, die mit Klaus Weinrich zur Hälfte aus dem Betreiber des Labels besteht, setzt man Akzente. Das Duo komplettiert ein alter Underground-Aktivist: William Westwater von der schottischen Batcave-Band Fear Incorporated. Zusammen produzieren sie nicht wie zu erwarten Gitarren-dominierten Postpunk, sondern rein synthetische Musik. Allerdings nicht diesen typischen Minimal/Synth-Sound, der seit ein paar Jahren besonders in Clubs populär ist und sich auf Fad Gadget, Snowy Red und Absolute Body Control beruft – also kurze zackige und düstere Synthie-Pieces geprägt von eingängigen Vocals und knackigen Beats. Eher das Gegenteil davon: Denn Songs wie „Paranoia“ oder „Electronic Future“ gehen schon in Richtung New Wave; auch alle anderen Songs vertrauen voll auf den charismatischen Sound der alten Geräte, wirken aber improvisierter, bisweilen versponnen und beziehen ihre Einflüsse offensichtlich nicht nur aus dem synthetischen Sound der 80er-Jahre, sondern wildern auch in der frühen Techno-Musik und der experimentellen Electronica der 70er Jahre.
Uwe Marx

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2014.


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