CD-Rezension / Review / Kritik

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equilibrium erdentempel

Equilibrium
„Erdentempel“
(Nuclear Blast/Warner)
Als die Münchner Epic Fantasy Metaller im Sommer 2013 ihren „Waldschrein“ öffneten, kündete diese EP davon, wie es musikalisch bei der Band weitergehen wird. Das erste Album nach dem 2010er „Rekreatur“ wartet jetzt mit geradezu unerhörter Stilbreite auf, die sich bestechend geradlinig gerahmt zeigt. „Erdentempel“ bündelt das gesamte Können von Tausendsassa René Berthiaume, der sich als Gitarrist, Komponist und Textdichter hörbar gigantische Mühe gegeben hat. Das Resultat ist eine monumental erschallende Liederkollektion, die vor Spielfreude, Vielfalt und Vitalität kräftig strotzt. Berthiaume holte sich aus allen passenden Bereichen das Beste für seine Inspirationen. Zitiert werden sogar Momente aus den kernigen Viking Metal-Anfängen der Erfolgstruppe. Der aufwändig orchestrierte Bombast vom vorhergehenden Langspieler wurde beibehalten. Nicht selten geht es in Richtung imposanter Soundtrack, was bei dieser ohnehin erlauchten Art von wertbewusstem Überflieger-Metal zusätzlich für hoch erhebende Majestätsgefühle sorgen kann. Selbst exotische Experimente erklingen wie selbstverständlich. Erstaunlich, wie nobel, weitläufig und emotional diese Platte von vorne bis hinten zu erstrahlen imstande ist. Keinerlei kompositorische Aussetzer, von Zaghaftigkeit nicht die geringste Spur. Eine famose Serie an fulminanten Glanzleistungen, mutig, überzeugt und treffsicher.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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