CD-Rezension / Review / Kritik

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es23 erase my heart 2017
ES23
„Erase My Heart“
(Infacted/Soulfood)
Ein cleveres, wenn auch nicht bahnbrechend neues Unterfangen: Mit einem gemächlich Irrsinn ventilierenden Opener einsteigen („Start To Dream“), um anschließend - mit dem Titeltrack - direkt und äußerst entschlossen die Butter vom Saft zu rahmen. In dieser Ambiguität gefällt sich das Album aus Bochum auch im weiteren Verlauf. Es wird im Ansatz Quergedachtes zuhauf geboten, ohne jedoch den Faden der Schlüssigkeit aus den Augen zu verlieren. Man könnte die üblichen Vergleiche ziehen, ES23 mit den Pitchies, Dance Or Die oder auch VNV in Bezug setzen. Würde darüber jedoch jene Übersicht einbüßen, die „Erase My Heart“ erst verständlich macht. „Me too“ klingt definitiv anders. So leistet Daniel Pad höchstpersönlich einen wertvollen Beitrag zur sich selbst fortschreibenden Geschichte des prosaischen Dark Electro-Pop, samt einer wohl dosierten Aversion gegenüber allem, was der eigenen Genese zuwiderläuft. Man müsste schon weitere Perlen wie Nova-Spes oder Alphamay hinzuziehen, um diesen Standpunkt als Teil einer - noch - unterrepräsentierten Bewegung zu verstehen. Um dann doch nur wieder einer Vergleichssucht zu erliegen, der ES23 nicht gerecht werden kann. Belassen wir es also hierbei: „Erase My Heart“ ist ein Album, das mit Vielfältigkeit und Eleganz ebenso zu punkten vermag wie mit jenen markanten Einlassungen, die verankern, wo anderweitig nur geschippert wird. Beeindruckend.
Stephan Wolf



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017


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