CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
diagrams chromatics

Diagrams
„Chromatics“
(Full Time Hobby/Rough Trade)
Eigentlich ist Diagrams das Solo-Projekt des Tunng-Gründers Sam Genders, der sich nach Bedarf Musiker hinzuholt und mit seinem Debüt „Black Light“ jubelnde Kritiken einfuhr. Dabei klang es gar nicht so viel anders als vorhergehende Tunng-Scheiben. Nun, auf dem zweiten Album nimmt er die elektronischen Einflüsse noch einmal deutlich zurück, was zu einem fast sanften, gitarrenbasierten, durch und durch hoffnungsvollen Sound führt. Mit dieser behutsamen Heiterkeit, wie man sie etwa bei „Dirty Broken Bliss“ findet, muss man erstmal klarkommen. Denn „Chromatics“ verliert sich an vielen anderen Stellen in einer poppigen Belanglosigkeit, die man von Genders so nicht gewohnt ist. Am greifbarsten bleibt die unbeschwerte Single „Phantom Power“, die zumindest eine haften bleibende Melodie liefert. In manchen Augenblicken erinnern Diagrams an Bon Iver, wobei dessen Melodien eindeutig ausgetüftelter und charmanter sind – vom Gesang hingegen ginge Genders aus einem Duell der Bands als Sieger hervor.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Monday the 27th.
2016 Sonic Seducer Magazin

©