CD-Rezension / Review / Kritik

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desperate journalist desperate journalist

Desperate Journalist
„Desperate Journalist“
(Fierce Panda/Cargo)
Irgendwie kommt man sich ertappt vor, wenn man als Rezensent gerade schreiben will, dass diese geile, neue Band aus London mit ihrem Debütalbum ein bisschen klingt wie eine mitreißende Version der kanadischen The Organ – und dann feststellen muss, dass Desperate Journalist zuvor schon eine EP namens „Organ“ veröffentlicht haben. Ob das eine mit dem anderen zusammenhängt, sei mal dahingestellt. Jedenfalls erinnert die Stimme von Sängerin Jo Bevan schon sehr an die Kanadier. Zudem schwingt eindeutig ein Hauch der Smiths im Gitarrenspiel mit, gepaart mit Shoegaze und einem Spritzer von The Cure. Von denen haben sie übrigens auch ihren Namen entliehen, denn in einer Peel-Session widmete Robert Smith einst den Song „Grinding Halt“ zum Titel „Desperate Journalist In Ongoing Meaningful Review Situation“ um, weil er sich am Journalisten Paul Morley für dessen negative Äußerungen über das Album „Three Imaginary Boys“ revanchieren wollte. Wenn man nun auch noch eine Winzigkeit der Savages zu dieser Mischung addiert, dann dürfte die Stimmung ganz gut getroffen sein. Der Sound von Desperate Journalist ist so shoegazig, wie man ihn sich von 2:54 gewünscht hätte. Die Songs, allen voran „Control“, haben eine hübsche Wiedererkennbarkeit, ohne dabei anbiedernd zu wirken. Wenn es im Musikbusiness noch irgendwie gerecht zugeht, werden Desperate Journalist bald größere Clubs füllen.
Georg Howahl


Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.

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