CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

drape canicular days

Dråpe
„Canicular Days“
(Trickser Tonträger/Broken Silence)
Die fünf Norweger von Dråpe benennen ihr Debütalbum ausgerechnet nach den Hundstagen –der heißesten Zeit des Jahres im Juli und August, obwohl doch längst der Herbst Einzug gehalten hat. Während sich in den kommenden Monaten ein dicker Pulli empfiehlt, kann es einem bei „Canicular Days“ aber ganz warm ums Herz werden. Das Quintett um Sängerin Hanne Olsen Solem heizt auf seinen voluminös shoegazenden Songs nämlich mit Gitarrenkaskaden vor, die eine ähnlich sommerliche Diesigkeit verbreiten wie das lichtdurchflutete Artwork, von dem ein Kind keck in die Kamera blinzelt. Schon die Vorabsingles „Memories“ und „Blue Skies“ verfrachteten den dunstigen Sound artverwandter Bands wie Beach House oder Wild Nothing in noch himmlischere Sphären. Auf Albumlänge steigert sich das Quartett noch zusätzlich in ansatzweise Post Rock-Monumente hinein, wobei besonders die Massive von „Sisters Eye“ beeindruckende Höhen erreichen. Innerhalb so zauberhaft fließender 40 Minuten wirkt der Wechsel von Groove und Ungestüm im schließlich sanft verhallenden „Hike“ fast schon wie ein Störenfried – doch in seiner Gesamtheit kann es „Canicular Days“ allemal mit Mazzy Stars Comeback „Seasons Of Your Day“ aufnehmen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Sunday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©