CD-Rezension / Review / Kritik

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blind passenger digital criminal

Blind Passenger
„Digital Criminal“
(Wannsee/Membran/Neo)
Nach der CD „Zeitsprung“, die sich in erster Linie mit der Neubearbeitung von 80er Hits und ausgewählten Blind Passengers-Stücken  befasste, schlägt Mastermind Nik Page auf der vorliegenden EP „Digital Criminal“ ganz andere Töne an. Es geht elektronisch zur Sache, wobei die Vorliebe des Bandkopfs für Dubstep und ausgefallene Klänge nicht zu überhören ist. Inhaltlich ist das Mini-Album mit rund 35 Minuten Spielzeit nicht zu kurz geraten. Thematisch hat Page mit seinen Gefolgsleuten der Welt des Profits den Kampf angesagt, gibt sich politischer denn je und präsentiert sich als ein Musiker, der mit seinen Songs wachrütteln, aufschrecken und hinweisen möchte. Der Titeltrack „Digital Criminal“ setzt sich aufgrund der kantigen Melodie ins Ohr und gibt die Marschrichtung für die nachfolgenden Tracks wie „No Escape (Electrocop Part II), „Fukushima Slotmachine“ oder auch „Fight!“ ganz klar vor. Tanzbare Elektro-Beats, die den Tanz auf dem Vulkan anprangern - Page ist ein musikalischer Fingerzeig gelungen, der trotz der Schwere der Themen nicht depressiv macht, sondern eher dazu verführt, sich mit den digitalen Helden der Gegenwart zu beschäftigen, die auf Messers Schneide zwischen Legalität und Illegalität für eine bessere Welt kämpfen.
Medusa

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.


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