CD-Rezension / Review / Kritik

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marc almond ten plagues

Marc Almond

„Ten Plagues“ (CD+DVD)
(Cherry Red/Rough Trade)
Marc Almond nicht liebzuhaben, ist quasi unmöglich. Der Pop-König der Homosexuellengemeinde, der seine Unsterblichkeit bereits in den frühen Achtzigern mit Soft Cell erlangte, rührt sich und seine Fans live oft gleichermaßen zu Tränen. „Ten Plagues“ ist allerdings weit weg vom Glitzer „wave good-bye“ Glam-Kitsch und ist das, was man als Theaterstück wie als Audio-CD – beides ist im Release enthalten – wohl intensiv nennt. Spärlich und dramatisch nur vom Piano begleitet, stellt Almond einen Londoner im 17. Jahrhundert dar, der von der Pest umgeben ist und zahlreiche Schicksalsschläge erleidet, die Epidemie aber überlebt. Den aktuellen Bezug des für ihn, aber nicht von ihm geschriebenen Stückes sieht er in dem Aufkommen von AIDS in den 80er Jahren, das damals auch als Homosexuellen-Pest bezeichnet wurde. Almonds Vortrag strotzt vor Empathie und Mitgefühl, trotzdem ist das dramatische Werk eher etwas für den eingeschworenen Almond-Fan und bestimmt nicht Disco-, Party- oder Federboa- tauglich.
Yvonne Duchateau

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.

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