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Our Banshee 4200 CD Cover

Our Banshee „4200“

(Dependent/Alive)
Umtriebig ist Stefan Böhm, seines Zeichens aktiv als Noise-Virtuose Nullvektor und vielen noch gut in Erinnerung als Soundmeister von Pzychobitch, seit jeher, daher verwundert es jetzt nicht großartig, dass er mit Our Banshee ein weiteres neues Projekt am Start hat. Was hingegen durchaus neu ist, ist die Stoßrichtung, die er zusammen mit Sänger und langjährigem Wegbegleiter Agi Taralas einschlägt: Songs wie der „Opener „Christ“ oder „It‘s Not Real“ erinnern zwar an Acts wie Camouflage, Beborn Beton oder Mesh, doch darauf zielt die Platte – sie ist viel zu intelligent – nicht ab, denn oftmals schimmern Reminiszenzen an Post-Punk-Acts wie The Exploding Boy oder Agent Side Grinder („The River“, „Hope & Despair“) durch, sowohl was Gitarrenarbeit und Atmo als auch die Experimentierfreudigkeit betrifft. Tracks wie „Sandman“ oder „B2B“ rufen gar Assoziationen mit Stromkern oder XPQ-21 hervor – doch bei aller Referenzhudelei: „4200“, so der Name des Debüts, ist ein wahres, im besten Sinne des Wortes genreübergreifendes Schmuckstück, von dessen Eingängigkeit, Experimentierfreudigkeit, aber trotz allem kongruentem Kern sich wirklich viele Szene-Acts eine Scheibe abschneiden können. Hinzu kommt Agis wirklich wundervolle Synth-/Electro-Pop-Stimme (lange keinen so guten Newcomer gehört!) und Stefans absolut undogmatische Herangehensweise an geile Melodien und Soundelemente – ein wirklich klares ‚scheiß auf Genres!‘ – halleluja! Heimliche Perle des Debüts ist übrigens das sanftmütige „Down & Out“ – so als Anspieltipp.
Catrin Nordwig




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