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Absurd Minds Tempus Fugit

Absurd Minds „Tempus Fugit“

(Scanner/Broken Silence)
Aufgrund der durchgängig hohen Qualität ihrer fünf von 2000 bis 2010 erschienenen Alben hätte sich die Dresdner Electro-Formation um Sänger Stefan Großmann getrost aufs Altenteil setzen können - ohne befürchten zu müssen, in Vergessenheit zu geraten. Doch wenn, wie der Titel ihres sechsten Albums nach knapp sieben Jahren Sendepause suggeriert, die Zeit so oder so vergeht, kann man sie auch nutzen, um an einstigen Großtaten anzuknüpfen - ohne dabei einen Verrat an der eigenen Historie zu begehen. So feiern Absurd Minds anno 2017 ihr Comeback mit einem Album, das sämtliche ihrer Trademarks aufs Köstlichste vereint und dennoch nicht eine Sekunde lang altbacken erscheint. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass Absurd Minds ihrer Zeit je sonderlich voraus gewesen wären. Vielmehr zeugt „Tempus Fugit“ von dem unverbrüchlichen Reiz einer melodisch stark ausgeprägten Veranlagung, die, verbunden mit dem Talent für atmosphärisch spannungsvolle Arrangements und abwechslungsreiche Timbres, wohl auch noch in Jahren für Entzückung sorgen dürfte. Mal tückisch schleichend (wie im Opener „Time Travel“), mal energisch preschend („Kreuzfeuer“) oder gar staatstragend episch wie beim unweigerlich an Ordo Rosarius Equilibrio erinnernden Ausklang („Zero Point“) erlangen Absurd Minds locker ihre alte Form. Um nicht zu sagen, dass sie überboten würde. Denn dies zu behaupten, ginge nur auf Kosten des edlen Backkatalogs. Und das will doch keiner wirklich wollen.
Stephan Wolf
Ausführliches neues Interview in Sonic Seducer 02/2017!


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