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project pitchfork look up i m down here

Project Pitchfork „Look Up, I’m Down There”

(Trisol/Soulfood)
Das 25. Jahr des Bandbestehens wird von den unverwüstlichen Haudegen des deutschen Dark Electro gebührend begangen: Nach der im Frühjahr veröffentlichten Rückschau „Second Anthology“ folgt nun das brandneue Opus „Look Up, I’m Down There“, dessen Standardversion schon luxuriös ist, doch sich fast schon kärglich ausnimmt gegenüber der 80 Bookletseiten starken, kunstvollen, selbstredend limitierten Doppel-CD-Variante. Einmal mehr lassen sich die Herren um Peter Spilles also nicht lumpen – und dies gilt auch für die musikalischen Konstrukte. Ohne irgendwelche anbiedernde Zugeständnisse oder Anleihen an zeitgenössische Szene-Umtriebe (ver-)führen die Urgesteine auf ihren neuen Songs den zitternd lauschenden Hörer in ihren ureigenen Klangkosmos. Die Art und Weise, in der tiefe, dunkle Atmosphären mit klarer, kantiger Electro-Finesse, Aggression mit zehrender Finstersehnsucht, Zerrtonfiguren mit orchestraler Dichte, tiefe knarzende Stimmen mit melodischen Aufhellungen verbunden werden, ist und bleibt in der finalen Umsetzung derart unverkennbar und hochindividuell, dass man den Hut ziehen sollte. „Titans“ zum Beispiel punktet mit klassischen Electro-Komponenten, gleißenden Synth-Clustern, peitschender Snare und einer echten Dancefloor-Killer-Charakteristik. Ohrwurmqualitäten beweisen auch „Propaganda Child“, „Pandora“, „Volcano“ oder das hypnotische „Open With Caution“; in besonderem Maße aufwühlende Emotionen durchziehen den Titeltrack wie auch „Sky Eye“; das Versteckte Juwel mag indes das grandiose „Blind Eye“ sein, von dem man sich wünscht, dass es auch noch in zehn Jahren die Kinder der Nacht umgarnen und überwältigen wird. Was allerdings nicht unbedingt unwahrscheinlich ist. Kurz und schlicht: ein Hammer-Werk, des Vierteljahrhundertgedenkens absolut würdig.
Kym Gnuch






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