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the mission another fall from grace

The Mission „Another Fall From Grace“

(Eyes Wide Shut/SPV)
„Über die Jahre sammeln wir so viele Monster an, so viele Hintergedanken und in Tränen getränkte Verbitterung“, singt Wayne Hussey und fast scheint es, als wolle er auf „Another Fall From Grace“ all die Monster geballt wieder vertreiben. Dass Hussey sich am Älterwerden abarbeitet, ist nichts Neues. Auch Beziehungen und Sex verhandelte er immer wieder in den Lyrics von The Mission. Aber so düster und fatalistisch wie auf „Another Fall From Grace“ ging es bislang nicht zu. Von Hoffnung kaum eine Spur. Stattdessen Beziehungen, durch die sich Betrug, Entfremdung und Enttäuschungen ziehen. Stellenweise wirkt das Album wie eine einzige Selbstanklage, doch Hussey versichert, der autobiographische Teil hielte sich diesmal in Grenzen. Die Fans wird es trotzdem freuen, bleibt so doch Raum für Spekulationen. Klanglich sind The Mission 2016 dort, wo sie sich viele Nostalgiker nach der Classic Rock-Platte „The Brightest Light“ wünschen: in der Mitte der Achtziger. Hussey liebäugelt wieder mit der zwölfsaitigen Gitarre, reiht typische The Mission-Riffs, lange Intros und starke Songs aneinander. „Met-Amor-Phosis“ ist sogar der beste Sisters Of Mercy-Song, der in den letzten 25 Jahren geschrieben wurde! Zusammen mit Ville Valo ersetzt Wayne Hussey darin das tiefe Timbre von Eldritch. So schön die Reise in die Vergangenheit ist, birgt sie aber auch die Gefahr, nichts Neues zu liefern. The Mission umgehen den Fallstrick, indem sie genug frische Nuancen einbringen. Darunter das Saxofon in „Phantom Pain“, das Angelo Badalamentis Lynch-Soundtracks entsprungen zu sein scheint. Oder den trotz schwerer Worte extrem leichtfüßigen Song „Never’s Longer Than Forever“. Und natürlich die sehr dichten und direkten Lyrics, die thematisch in der Hin- und Hergerissenheit zwischen Schuld und Verlangen fast faustische Dimensionen annehmen. Welche Seele in seiner Brust wohnt und ob das Album wirklich alle Monster vertreibt, wird wohl nur Hussey wissen.
Torsten Schäfer
Tipp für Fans:
Die Oktoberausgabe von Sonic Seducerthe-mission-me-amor-phosis-picture-vinyl 180x180 mit großem Interview zum neuen Album ist auch in einer streng limitierten Edition von lediglich 499 Stück erhältlich, zu welcher eine exklusive Picture-Vinyl von The Mission gehört. Darauf zu finden sind zwei Songs: „Met-Amor-Phosis“ in einem Exklusiv-Remix, der nirgendwo anders zu bekommen ist. Das Stück glänzt nicht nur mit Backing Vocals von HIM-Frontmann Ville Valo, sondern auch in einer Neubearbeitung von Mark Gemini Thwaite. Der Song auf der B-Seite heißt „Tyranny Of Secrets“. Vorbestellung ab sofort in unserem Onlineshop.


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