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delerium mythologie

Delerium „Mythologie”

(Metropolis/Soulfood)
Dies ist die erste reguläre Albumveröffentlichung der Band seit 2012; zwischenzeitlich öffnete sie lediglich ihre Schubladen, um der Welt mit „Rarities & B-Sides“ seltene Kostbarkeiten darzubieten. Auf „Mythologie“ nun wird dem Hörer Delerium 2.0 präsentiert, wenn man so will – und die Musiker selber wollen durchaus. Denn durch die Vokalkunst der neuen Sängerinnenriege, bestehend aus Phildel, Mimi Page, JES, Jaël und Geri Soriano-Lightwood, weht ein neuer Hauch von Gegenwart und Zukunft durch die weiterhin träumerisch ausgestatteten Klangräume. Der Dream-Ambient-Electro-Pop wird nun in manchen Passagen durch leichte R&B-Anklänge erweitert, wie es zum Beispiel im Song „Zero“ (gesungen von Phildel) oder auch in „Ghost Requiem“ (Gesang: Geri) deutlich wird. Am auffälligsten mögen indes die von JES vokalistisch gestalteten Songs „Stay“ und „Once In A Lifetime“ geraten sein: Laszivität, Sex-Appeal und Jugendlichkeit flirren massiv durch diese Stücke – und das Klangbild entfernt sich allein durch das Timbre der Gesangsgestaltung weiter vom seit langen Jahren bekannten und allseits geliebten Originalbild Deleriums. Es bleibt abzuwarten, ob diese junge Dame nicht den Missmut eingefleischter Fans hervorrufen wird, denen es bekanntermaßen – und dies gilt für alle Genres – schwerfällt, linde Neuerungen hinzunehmen, da sie nämlich gar nicht als linde aufgefasst werden. Und doch werden auch sie die Ohrwurmqualitäten dieser Kompositionen nicht abstreiten können.
Kym Gnuch



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