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the beauty of gemina minor sun

The Beauty Of Gemina „Minor Sun”

(TBOG Music/Alive)
Der als Vorabsingle veröffentlichte Calvin-Russell-Coversong „Crossroads“ war das vorerst letzte Liebäugeln mit Dark Americana/ Gothic-Blues-Klängen. Mit den anderen Songs auf „Minor Sun“ machen Sänger und Komponist Michael Sele und seine Band zwar einen Ausflug zurück zu ihren Anfängen, entwickeln die musikalischen Zutaten aber intensiv weiter. Fast drängt sich der Gedanke auf, als würden The Beauty Of Gemina auf „Minor Sun“ endlich so klingen, wie sie schon immer klingen wollten. Übereinandergeschichtete Klangteppiche, sphärische Sounds und wieder verstärkt eingesetzte elektronische Elemente werden dominiert von eingängigen und melodischen Gitarrenriffs. Krönung der süchtig machenden Mixtur ist die Stimme von Michael Sele, die immer mehr an Nick Cave erinnert und die mit jedem Album intensiver zu werden scheint. The Beauty Of Gemina machen keine fröhliche Musik: „Down On The Lane” ist ebenso wie „Bitter Sweet Good-Bye“ todtraurig, aber nicht aus dem Kopf zu bekommen. Es wird auch wieder epischer, drei Songs knacken die sechs-Minuten Grenze, ohne dabei auch nur eine Sekunde langweilig zu werden. „Wonders“ ist sogar eine musikalisch-eigenwillige Verbeugung vor Bowie. The Beauty Of Gemina machen keine fröhliche Musik, The Beauty Of Gemina machen schöne Musik. Ein besseres Geschenk zum zehnten Jubiläum hätten Michael Sele & Co ihren Fans nicht machen können.
Karin Hoog

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